Samstag, 11. Februar 2012

Ein Blick über den Tellerrand lohnt sich!

"Not all pole dancers strip 
and not all strippers pole dance"


Ein Kommentar, den ich vor einiger Zeit bekam, bedarf einer kleinen Erklärung, fand ich. Darin wurde nämlich das Outfit, präziser die knappe Bekleidung der Pole-Tänzer, kritisiert.

Auch wenn das Poledancen sicherlich zu den erotischsten Tanzformen überhaupt zählt und von vielen nach wie vor mit Strippen gleichsetzt wird, hat die knappe Bekleidung nichts damit zu tun, dass alle, die an der Stange tanzen, extrem zeigefreudig und extrovertiert wären, sondern damit, dass man möglichst viel Hautkontakt benötigt, um sich überhaupt an der Stange halten zu können, wenn man nicht gerade die Hände dazu benutzt. Selbst ich, der sich bislang immer noch strickt dagegen weigert eine noch kürzere Hose anzuziehen, muss bei vielen Tricks schon passen, weil sie sich mit viel Stoff am Leib nicht durchführen lassen - man würde direkt wieder herunterrutschen! Die knappe Bekleidung ist also nichts weiter als das dazugehörige Outfit. Oder habt ihr schon mal einen Leistungsschwimmer bei den Olympischen Spielen in Jeans und Jacke seine Bahnen drehen sehen?

Bei den Pole Dance-Meisterschaften führt z.B. eine "sich selber streichelnde"-Bewegung direkt zur Disqualifikation des Teilnehmers vom Wettbewerb. Dadurch allein merkt man, dass sich viele Pole-Tänzer von Strippern distanzieren wollen, denn wenn man einen Pole-Tänzer mit einem Stripper gleichsetzt, unterschätzt man schnell das Können und die Leistung, die so jemand an der Stange bringt. Und jeder, der schon mal in einem Strip-Club gewesen ist, weiß, wie viele (in dem Falle eher wenige) der Damen dort das Poledancen tatsächlich beherrschen.

Ein Video von der unglaublichen Zoraya Judd verdeutlicht, dass das Tanzen an der Stange nicht zwangsläufig etwas verruchtes sein muss, sondern eine einzigartige und anspruchsvolle Sportart für jedermann sein kann. Aber schaut selbst!




Dass sich auch Männer fürs Poledancen immer mehr interessieren, ist gar nicht so abwegig, wie man vielleicht meinen könnte. Die Ursprünge des Tanzens an der Stange kommen nämlich aus dem Chinese Pole, und dort waren es damals überwiegend männliche Artisten, die diese besondere Tanzform bekannt machten. Ein schönes Beispiel dafür ist unter anderem ein Künstler, den ich in Münster bereits kennenlernen durfte, Avan Whaite.
Ach ja. Eine Chinese Pole hat im Gegensatz zu der herkömmlichen Poledance-Stange, die in der Regel aus Stahl gefertigt wird, eine gummibeschichtete Oberfläche. Diese macht das Abrutschen trotz Kleidung natürlich eher unmöglich.

Freitag, 10. Februar 2012

Eislaufen auf dem Aasee

Was macht man, wenn die Zeit zu knapp ist, ausführlicher zu schreiben? Genau! Man postet wieder ein paar Bilder, um wenigstens so ein Lebenszeichen dazulassen. Na immerhin... ;-)

"Eislaufen" am Aasee. Kalt aber schön war es. Da die Eisfläche allerdings von der Stadt nicht offiziell freigegeben wurde, war es ein ziemlich mulmiges Gefühl, darüberzulaufen. Hat dennoch gut gehalten, wie man sehen kann. Langsam könnte der Frühling aber doch mal kommen! So toll die Sonne auch Tag für Tag scheint, ich habe die Schnauze von der sibirischen Kälte hier mittlerweile mehr als voll. Brrr!










Übrigens gibt es jetzt etwas, auf das ich mich nun das ganze Jahr über freuen darf: Auf die Cirque du Soleil - Michael Jackson - The Immortal World Tour-Show in Köln. Ein paar  Freunde und ich haben Dank der RedHotChili, einige der begehrten Tickets noch vor dem offiziellen Kartenvorverkauf ergattern können. Juhu. Im Dezember ist es aber erst soweit. Dann kommt die Show auch hier zu uns nach Deutschland.


Dienstag, 17. Januar 2012

Stadtaffen.

Seit mehr als einer Woche bin ich aus Berlin wieder zurück. Es war ein Kurztrip. Mit An- und Abreise insgesamt nur drei Tage. Der Urlaub ist vorbei und wie erwartet, hat der Alltag zugeschlagen und den Mars vollständig wieder verschluckt. Hach. Wie schön war es doch noch, als ich mich nachts, wenn alle anderen ins Bett gingen, mit 'nem Becher Kaffee vor dem Pc lümmeln und an neuen Posts schreiben konnte. Oder ich klickte mich einfach stundenlang von einem zum nächsten Blog, von der Möglichkeit fasziniert, nur einen Klick später einen Blick in das Leben anderer Blogger werfen zu dürfen. Spannend und interessant war es. Meistens zumindest. Doch das ist jetzt wieder vorbei und der Blog, mein Blog, bleibt, wie man sieht, erneut etwas auf der Strecke, was ich wirklich zutiefst bedaure. Tagsüber arbeite ich und am Abend stehen entweder der Gang ins Fitnessstudio oder eins der Poledance-Kurse an. Oder ich muss jobben oder treffe mich mit Freunden. So schlimm ist es aber dennoch nicht. Natürlich nicht. Es ist ja schließlich der Alltag, den ich mir selber zusammengestellt habe. Genau so und nicht anders. Mein Alltag. Denn wäre es schlimm, hätte ich vermutlich längst einen anderen... Nur der Mangel an Zeit dazwischen macht mir wieder etwas zu schaffen.

Und da wären wir schon beim Thema. Da ich es leider nicht geschafft habe, selber einen Bericht von unserer Berlinreise zu verfassen, gibt es hier den wundervollen Post unserer Gastgeberin, der Mpenziwe. Sie war schnell wie ein Flitzebogen und hat einen so tollen Bericht online gestellt, das alles, was von mir noch hätte kommen können, Nichts dagegen wäre. Ich habe lediglich ein paar weitere Bilder hinzugefügt. Viel Spaß also beim Lesen! Und dir danke, Babe, dafür, dass ich deinen Post auch hier bei mir zeigen darf.


Stadtaffen (by Mpenziwe)

Freitag, der 06.01.2012

Es hieß ja ursprünglich, dass sie gegen 17:00 bei mir ankommen... Naja. Nachdem die Herren aber für jede Kippe und jedes Brötchen eine Pause machten, kamen sie dann erst gegen 20:00 bei mir an *hust*.
Und ob man es nun glaubt oder nicht: Nach der ersten Wiedersehensfreude wurde auch schon wieder Essen bestellt. Thailändisch. Lecker wars.
Man beachte bitte auch meinen neuen Mitbewohner, den mir Markus schenkte. Ist er nicht schön?! Ich bin ganz verliebt!
Nach dem Essen ging es dann nahtlos weiter zu Pflaumenwein und/oder Sekt. Und anschließend wurde noch "Adams Äpfel" geguckt.
Es folgten noch einige Lachkoller (Stimmung: Ferienlager) und irgendwann begann das Schnarchen.


Samstag, der 07.01.2012

Hierarchie "RedHot". Ansage: "Aufstehen, Kaffee kochen, los gehen. Wir haben doch keine Zeit. Husch, husch!" 
Würde eventuell auch ganz gut klappen, wären Markus, Mars und ich nicht so furchtbar "gemütlich" veranlagt.
Sagen wir es mal so: Wir schafften es wieder, um 16 Uhr zu Frühstücken.
Dieses Mal aber im KaDeWe. Die Idylle wurde allerdings von vier Gräten unterbrochen, die Markus mal eben für ne halbe Stunde aus der Contenance brachten. Er überlebte. Knapp! Uns hat es dennoch sehr gut geschmeckt.
Nun denn. Nachdem auch der letzte Käse aus dem Regal aufgekauft wurde und auch die Schokoladentheke besucht wurde, ging es weiter zum jüdischen Museum. Dort verbrachten wir etwa zwei Stunden.




Zu Hause angekommen, wurde sich dann durch sämtliche Käsesorten geraupt.  Meine Güte, war das lecker. Und anscheinend stieg uns der Käse auch gewaltig zu Kopf. Im wahrsten Sinne. Perrücken Time!
Wie Mars (übrigens sind die meisten Bilder hier von ihm geschossen) so schön anmerkte: "Markus geht in seiner Rolle vollkommen auf." - Ja, das merkte ich auch, als er aus dem Bad spazierte. Blonde Perrücke. MEIN Lippenstift. Bauchfrei. Titten. Sexy! Allerdings verpasste ich, davon Fotos zu machen. Macht nichts. In der Rolle des Tingeltangel-Bob gefiel er mir sowieso besser.
Das ging dann eine ganze Weile so weiter, bis jeder jede Perrücke einmal auf hatte. Und irgendwann (das war ja klar) wurden dann auch noch ein paar Fotos geschossen.
Später sahen wir noch "Funny Games" und quatschten bis tief in die Nacht, während "Queen RedHot" einschlummerte.



Sonntag, der 08.01.2012

RedHot war unsere blöden "Majestät" Sprüche leid und weckte uns nicht. Scheisse. Verschlafen!!! Und dabei wollten wir doch noch ins Ägyptische Museum! Anstatt uns aber zu beeilen, ließen wir es auch heute low angehen. Irgendwann gegen Nachmittag gingen wir noch in ein kleines "Finger Food" Restaurant, Nähe der Museen essen. Das hätten wir uns auch sparen können. Cola ohne "Sprudel", Salat ohne Dressing und Burger ohne "Heiss".... Noch Fragen?
So. Und dem nicht genug. Am Museum angekommen, teilte man uns noch mit, dass es nur noch eine Stunde offen hat. Das war dann wohl der Satz mit X. Tja, Queen hatte es ja von Anfang an gesagt! Sie hatte Recht. Beim nächsten Mal dann.. Doof!
Aber wir waren ja nicht weit weg vom Fernsehturm. Den nehmen wir noch mit. Rauf da! Anbei erwähnt. RedHot hat Höhenangst und sie hat es trotzdem mitgemacht! Applaus bitte. Ich fand das ganz toll von ihr!



Und als wir das dann überlebt hatten, wurde noch Starbucks getrunken und etwas später mussten die Jungs dann schon wieder gen Heimat fahren. Schnüff. Schön wars. Sabine und ich sahen dann noch einen Film und raupten alleine weiter. Und eigentlich war es das schon. Am nächsten Tag / Mittag fuhr auch RedHot wieder nach Hause. Und ich vermisse jetzt schon wieder alle drei *hach mach*.
M

Freitag, 6. Januar 2012

Reisetasche ist gepackt.

Um halb zwölf hole ich zusammen mit Markus die Sabine vom Bahnhof ab. Ein, zwei Kaffee später geht es dann auch endlich los. Nach Berlin. Mpenziwe, wir kommen!

Mittwoch, 4. Januar 2012

Mend (To Fix, To Repair)

Ganz egal wie oft ich die Nummer in den letzten Jahren gehört habe, sie flasht mich nach wie vor. Ein so wunderschöner Song. Hier in der Live-Version.



Zur Zeit arbeitet die aus Kanada stammende Band Elsiane an ihrem zweiten Studio-Album. Und ich erwarte es schon voller Vorfreude.

Dienstag, 3. Januar 2012

2012 kommt der Schweinehund an die ganz kurze Leine!


Ich habe es getan... ich habe mich in einem Fitnessstudio angemeldet. Jawohl!!! Seit gestern bin ich Mitglied bei FitX. Das Angebot war aber auch unschlagbar: Öffnungszeiten rund um die Uhr, 365 Tage im Jahr, eine kostenlose Getränke-Flat, viele zusätzliche Kurse, frei wählbar, die ganze Woche hindurch. Und das alles für sage und schreibe nur fünfzehn Euro im Monat. Nachdem das Thema kürzlich in der Clique auf den Tisch kam und die Mehrheit dafür war, musste auch ich nicht lange überlegen. Durch das zusätzliche Training würde der Traumbody nämlich in greifbare Nähe rücken und meine Defizite beim Poledance, würde ich dadurch auch deutlich schneller in Griff kriegen und mehr Erfolge an der Pole verbuchen. Und das Ziel steht für mich selbstverständlich ganz, ganz oben auf der Liste. Der nette Body wäre dann einfach nur ein willkommener Nebeneffekt.

Gestern Abend war ich zum ersten Mal gemeinsam mit Markus, Dennis, Ellen und Ingo dort. Das moderne Ambiente gefiel mir. Es war ansprechend und sauber, die Mineralgetränke haben geschmeckt und das Training hat, dadurch, dass wir so viele waren und es immer mindestens einen gab, der am Gerät daneben schwitzte, wirklich sehr viel Spaß gemacht. Und motivierend war es auch. Ich freu' mich deshalb schon auf Donnerstag, denn da wollen wir wieder hin.
 

Samstag, 31. Dezember 2011

Einen guten Rutsch und alles Gute fürs neue Jahr und so!


Keine Partys. Kein Ausgehen. Diesen Silvester wollen wir es etwas ruhiger angehen lassen und treffen uns in gemütlicher Atmosphäre alle zum Raclette bei Markus und feiern dort gemeinsam ins neue Jahr. Ein hoffentlich besseres, weniger stressvolles, in jeder Hinsicht glücklicheres und noch erfolgreicheres Jahr 2012.

Und hier hab' ich noch etwas für euch, um so langsam mal in Partystimmung zu kommen, den Video Yearmix 2011. Lasst es so richtig krachen heute Nacht! Wir lesen uns dann im nächsten Jahr wieder. Alles Gute, ihr Lieben. Euer Mars.

Freitag, 30. Dezember 2011

Tagebuch eines Pole Dancers. Part II

Eigentlich kann ich es nicht ausstehen, wenn mich im Alltag Dinge oder Menschen zu sehr einnehmen. Ganz anders beim Poledance. Das erste, an was ich denke beim Aufstehen und der letzte Gedanke am Abend kurz vorm Einschlafen, gilt häufig dem Poledance. Dazwischen schaue ich mir unzählige Videos anderer Tänzer an, lasse mich inspirieren oder entdecke neue Figuren oder Übergänge, die ich dann entweder zu Hause oder bei der nächsten Technik- oder freien Übungsstunde nachzumachen versuche. Wenn ich Freunde treffe, ertappe ich mich ständig dabei, wie ich nur über das eine Thema rede. Das mag langweilig sein. Doch mein ganzes Leben dreht sich momentan hauptsächlich darum, um das Tanzen an der Stange. Es erfüllt und macht mich glücklich. Was will ich mehr?

Zwei Monate sind jetzt seit der ersten Stunde in Münster vergangen. Es geschahen keine Wunder, ich tanze immer noch nicht wie ein Poledance-Gott, und nach wie vor habe ich Schwierigkeiten bei so vielen Figuren, weil mir einfach die Kraft fehlt oder ich sie einfach nicht hinkriege (von meiner Ungelenkigkeit ganz zu schweigen). Aber durch die Kurse habe ich mich bereits jetzt deutlich weiterentwickelt. Als ich mit dem Poledance anfing und mir damals noch versuchte, alles alleine beizubringen, konzentrierte ich mich auf die Figuren, die toll aussahen und übersprang dabei viele Anfängerelemente. Auch meine Performance, genauer der Floor Work, ließen bisweilen zu wünschen übrig. Durch die Tanzstunden im Studio lernte ich deshalb viel dazu und verbesserte meine Technik, und gewann dadurch an Eleganz (Gestreckte Füße z.B. sind ein Muss!). Aber nicht nur das. Durch die Kurse in Dortmund und später auch in Münster, hatte ich das Glück, sehr viele neue und unglaublich tolle Menschen kennenlernen zu dürfen.


Die ersten Workshops.
 
Im November bot sich mir die Möglichkeit, gleich an zwei Workshops teilnehmen zu können. Steven Retchless, einer der bekanntesten männlichen Poledancer in der Szene folgte Viviens Einladung und besuchte uns in den Studios. So eine Chance konnte ich mir natürlich nicht entgehen lassen und meldete mich gleich für zwei der drei geplanten Workshops an (Signature Tricks und Ballett Contemporary Movement). Es war hart - vor allem das Stretching davor (am zweiten Workshoptag konnte ich mich deshalb kaum noch bewegen) - aber am Ende nahm ich eine ganze Menge für mich mit und hatte dazu auch noch sehr viel Spaß.




Steven bei einer seiner Performances.


Die erste Auszeichnung.

"Ich habe dich für den Contest angemeldet", verkündete mir Vivien übers ganze Gesicht strahlend bei einer der Technikstunden. Ich war baff. Nie im Leben hätte ich mich jetzt schon bereit erklärt, irgendwo zu performen. Doch was nun? Es war keine Frage, dafür kannte ich Vivien mittlerweile gut genug. Das hier stand jetzt fest! Und einen Rückzieher ließ mein Ego auch nicht zu. Mir blieb also nichts anderes übrig, als klein beizugeben und mir für die diesjährige Weihnachtsfeier bzw. den dort stattfindenden Contest, etwas einfallen zu lassen.

Und dann war es auch schon soweit, die Weihnachtsfeier im Studio in Essen. Der Contest. Ich hatte die Nummer drei gezogen und war damit als dritter mit meiner Performace an der Reihe...... Und dann passierte genau das, was ich am allermeisten befürchtet hatte: Ein Blackout. Ich wusste nichts mehr! Absolut nichts! Eine ganze Woche hatte ich Tag für Tag an meiner Choreographie gefeilt und geschliffen, stundenlang trainiert, bin über meine Kraftgrenzen hinausgegangen um etwas Besonderes auf die Beine zu stellen, und plötzlich mitten beim Auftritt war alles weg. Scheeeeeeiße! Was jetzt? Abbrechen kam nicht infrage. Ich musste improvisieren. Und das tat ich dann auch - ich improvisierte so gut es eben ging. Und belegte damit tatsächlich noch den dritten Platz. Puh.

Neben einer Urkunde, einem Rabattgutschein für eine Internetseite und einer Tasche voll mit Poledance-Utensilien, gab es für die ersten drei Platzierten einen Pokal aus Glas. Und das hier ist mein ganzer Stolz :-).

Natürlich war ich enttäuscht - nicht darüber, den dritten Platz gemacht zu haben, ganz im Gegenteil - ich war einfach nur enttäuscht von mir und darüber, nicht das gezeigt zu haben, was ich wirklich konnte und vorbereitet habe. Ich war noch nie ein guter Freestyler, doch meine Performance bestand fast ausschließlich aus Freestyle-Elementen, und das mit eher geringem Erfolg, wie ich fand. Hmm. Ändern ließ sich an dieser Tatsache im Nachhinein dann auch nichts mehr. Durch den Auftritt aber, und damit der Erfahrung, die ich zum ersten Mal als Poledancer an der Stange vor Publikum machte, wuchs mein Ehrgeiz. Ich bin motivierter. Voller Tatendrang. Und ich trainiere härter als zuvor.

So sahen meine Oberschenkel nach der letzten freien Übungsstunde aus. Und dabei dachte ich tatsächlich, Blaue Flecken gehören so langsam der Vergangenheit an. Ich täuschte mich offensichtlich.


P.S. Die auf dem Fußboden hockende junge Frau mit den auffälligen pinken Haaren auf dem Foto vom Workshop, das ist Joana. Und das ist Joanas wirklich toller Blog Lichtpoesie. Schaut vorbei, denn es lohnt sich! ;-) Ich war bereits einer ihrer Leser und habe deshalb nicht schlecht gestaunt, als ich sie in Dortmund beim Workshop traf und wiedererkannte. Ja, so klein ist manchmal die Welt...

Mittwoch, 28. Dezember 2011

Tagebuch eines Pole Dancers. Part I.

Wie geplant kamen wir eine halbe Stunde vor Beginn der Technikstunde in Dortmund an. Genug Zeit, um noch einen kleinen Abstecher zum Rewe um die Ecke zu machen und etwas zu trinken zu besorgen und zu schauen, wo es ein Café gab, in dem sich meine Freunde, die als Begleitung mitkamen, niederlassen konnten bis der Kurs vorbei und ich wieder draußen war. Wir fanden eins. Und schon musste ich sie alleine lassen und mich zurück auf den Weg zum Studio machen. Meine Aufregung ließ sich kaum noch steigern und alle meine Instinkte waren auf Flucht eingestellt. Ich hatte echt Schiss! Für einen Augenblick dachte ich sogar daran, zu kneifen, einfach wieder kehrt zu machen, ins Auto zu steigen und zurück Richtung Münster zu fahren, nach Hause, so, als wäre nichts gewesen, nur um der Situation, die mir bevorstand, zu entkommen. Ich tat es nicht. Stattdessen setzte ich mich in Bewegung und konzentrierte mich darauf, mir keine weiteren Gedanken zu machen sondern einen Fuß vor den nächsten zu setzen. Dann erreichte ich den Eingang und drückte auf die Klingel. Schnell, bevor ich es mir so kurz vor dem Ziel, tatsächlich doch noch anderes überlegen konnte. Der Türöffner surrte und ich drückte dir Tür auf. Eine über das ganze Gesicht strahlende Vivien empfing mich dort. "Hi. Schön, dass du da bist. Komm rein! Wir sind noch beim Stretchen aber du kannst dich schon mal umziehen." Sie gab mir die Hand. Ich folgte ihr in den Tanzraum. Puh, hier war ich also nun. Der Raum sah aus, wie ich es von Bildern her bereits kannte - groß und in gedämpftes Licht gehüllt, auf einer Seite waren Spiegel angebracht und im Eingangsbereich befand sich die Empfangstheke und daneben eine kleine Sitzecke. Auf dem Fußboden auf den Matten lagen die Teilnehmerinnen und dehnten sich. Ich zog mich im Toilettenvorraum um und nahm anschließend auf einen der Stühle in der Ecke Platz. Kurz darauf tauchte auch schon wieder Vivien auf und holte mich. Es ging los mit dem Aufwärmen, anschließend der Technikstunde, in der jeder Teilnehmer frei entscheiden konnte, an was für Figuren er feilen wollte. Ich entschied mich fürs Erste für den "Handspring". Die ganze Stunde über ging Vivien vom Teilnehmer zum Teilnehmer und leistete Hilfestellung oder gab wertvolle Tipps. Und auch dieser Kurs endete wieder mit einer guten Portion Stretching.
Und dafür hab' ich mir so ein Stress gemacht?, dachte ich erleichtert während ich erneut den Toilettenvorraum aufsuchte um mich umzuziehen. Alle meine Befürchtungen stellten sich als grundlos heraus - ich musste weder vortanzen noch hatte ich das Gefühl, nicht mithalten zu können. Die Stunde lief völlig entspannt ab. Alle waren nett. Ich war begeistert. Und deshalb musste ich auch nicht lange überlegen als mich Vivien im Nachgespräch danach fragte, ob es mir gefallen hätte und ob ich es mir vorstellen könnte, wiederzukommen. Aber natürlich, nichts lieber als das! Ich unterzeichnete voller Vorfreude den Mitgliedsvertrag und war damit ab sofort ein offizielles Mitglied des Studios.
 
Einen Monat später am Samstag wurde in Münster die Neueröffnung des dritten Tanzstudios gefeiert. Ich konnte leider nicht dabei sein, da ausgerechnet dieses Datum auf den Tag fiel, an dem ein Konzert in Essen stattfand, für das ich seit einigen Monaten bereits Karten hatte und am Nachmittag schon aufbrechen musste. Leider. Gern wäre ich dabei gewesen und hätte die Mädels, die ich aus Dortmund kannte, in Münster erlebt. Und zu gern hätt' ich die Chance genutzt, zu sehen, wer alles aus Münster poledanceinteressiert war. Aber drei Tage später am Dienstag würde es auch für mich losgehen, mein erster Poledance-Kurs hier in der Stadt.

Und wieder war ich aufgeregt. Doch dieses Mal war die Aufregung bei weitem nicht so, wie in Dortmund vor der Probestunde und dem ersten Kennenlernen. Es war eine positive Vorfreude, die mich schon den ganzen Tag lang begleitete. Ich war schließlich nicht mehr der Neue, kannte den Ablauf einer Tanzstunde und hatte sogar das Glück, meiner Trainerin, Kathrin, zuvor begegnet zu sein. Vielmehr war ich neugierig, wie viele, und vor allem was für Mädels da sein werden. Dies würde schließlich meine neue Tanztruppe werden.
Ich betrat das Studio und schaute mich etwas um. Optisch wirkten die Räumlichkeiten zwar etwas kleiner, als die in Dortmund, dafür gab es hier vier Meter lange Stangen, die mein Poledancer-Herz auf Anhieb höher schlagen ließen. Und auch hier gab es natürlich eine mit Spiegeln verkleidete Wand und einen Empfangstresen. Auf den Barhockern davor und auf dem Sofa daneben saßen bereits einige Mädels und musterten mich mit einer Mischung aus Neugierde und Überraschung, doch daran war ich bereits gewöhnt. Auch hier war ich nämlich das einzige männliche Wesen weit und breit (und der einzige Mann bislang in Münster, wie ich später von Vivien erfuhr). Ich nahm auf einem der freien Hocker Platz und kurze Zeit später erschien auch schon Kathrin, die sich uns vorstellte und den Ablauf einer Stunde erklärte. Nach dem Umziehen ging es auch schon los mit dem Aufwärmtraining, anschließend den ersten Schritten unserer neuen Choreographie zum Song "Welcome To Burlesque" von Cher aus dem Burlesque-Soundtrack. Ich musste schmunzeln. Dann waren auch schon die fünfzig Minuten und damit die erste Stunde wieder vorbei. Viel zu schnell. Wie immer.
Draußen kam ich mit den Mädels ins Gespräch und wir tauschten die ersten Eindrücke untereinander aus, lernten uns kennen. Sie alle waren Anfängerinnen, sehr aufgeschlossen und unheimlich gut drauf. Ich mochte sie auf Anhieb.


Im nächsten Teil meines Berichtes erfahrt ihr, was in den letzten Wochen alles so passierte. Auch ein paar Bilder wird es geben, die ich euch gerne zeigen möchte. Zum Schluss dieses Posts habe ich aber noch ein Video für euch, das im Tanzstudio VI-Dance in Dortmund gedreht wurde. Auch wenn man mich nicht sehen kann (ich vermute, um neue Kundinnen nicht gleich zu verunsichern), war ich bei der Tanzstunde, die in Bildern in der Mitte des Filmchens auftauchen, auch dabei. Hmm. Eines Tages gibt es aber sicherlich wieder einen Beitrag, in dem es speziell um Männer geht. Aus Essen gab es schon einen. Dort, und nur dort, gibt es drei andere männliche Kursteilnehmer. Vielleicht ändert sich das aber auch noch mit der Zeit. Ich persönlich hätte ganz und gar nichts dagegen.